in 3 Tagen durch Paris

Drei Tage für Paris ist nicht viel, aber wie wir wissen, hat es Phileas Fogg sogar in 88 Tagen um die Welt geschafft und wieso sollte man nicht in drei Tagen viele schöne Plätze, Dinge in Paris entdecken? Vor einiger Zeit war ich schon einmal in Paris, jedoch maß dort das Thermometer ungefähr 20 °C weniger und die Osterfeiertage schienen die allgemeine, alltägliche  Aufruhr in Paris zum Stehen zu bringen, weswegen jetzt eine ganz andere Atmosphäre zu spüren war.

N°1

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– Pullover aus Burggasse 24, selbstgemachter Rock, Sonnenbrille von Komono,  Sandalen von Teva, Rucksack von amazon –

Der erste Tag war noch nicht besonders warm, dennoch perfekt, um eine Stadtrundfahrt zu machen, die ziemlich viele Facetten von Paris zeigte: von den verspiegelten und verglasten Hochhäusern im Viertel la Défense bis zu den neoklassizistischen Wohnhäusern mit den französischen Balkonen malte ich mir aus dort zu wohnen und wie ein typischer Pariser bei Rot mit einem Baguette unterm Arm über die Ampel zu gehen. Nach dieser Tour ging es zum…Aux Champs-Élysées-Aux Champs-Élysées-Au soleil, sous la pluie-À midi ou à minuit-Il y a tout ce que vors voulez-Aux Champs-Élysées…naja durch dieses Lied hatten wir wohl etwas zu hohe Erwartungen, denn durch die aneinandergereihten Kettenläden/label kam so ein richtiges Flair, wie in diesem Lied, nicht zustande. Zum Glück wertete eine Truppe von Tänzern am l’arc de Triumph  unsere langweilige Schlenderei mächtig auf. Am Nachmittag ging es zu einem Standardort eines Touristen in Paris:  Sacré-Cœur im Viertel Montmartre –  mit dem Blick auf die Treppenstufen, die schließlich zu dieser wirklich schönen Kirche führten, aßen wir unseren Crêpes in einem typischen Pariser Café.

 – Wie die Unterschiede in der Pariser Architektur, habe ich in meinem Outfit den Kontrast meines  eleganten, geraden Rocks mit den sportlichen, Bio-Sandalen kombiniert und damit es nicht zu kalt wird, habe ich meinen liebsten Pullover übergezogen. –

N°2

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 – schulterfreies Shirt und Rock von H&M, Sneakers von Reebok-

 –  T-Shirt und Sonnenbrille von &other stories, selbstgemachter Jeansrock, Tasche von Zara, Sneakers von Reebok –

An unserem zweiten Tag ging es in das bescheidene Heim von Ludwig dem XIV – ich muss sagen, dass mich das Schloss von Versailles nicht wirklich beeindruckt hat, weil sich diese Protzigkeit und die verspiegelten, vergoldeten Räume nicht groß von z.B. St. Petersburg & Co unterschieden. Unwillkürlich hatte ich von den Gärten in Versailles, Bilder von Meeren aus Blumen, die kleine Teiche mit Wasserspielen umschlossen, im Kopf, die dann schließlich nicht so ganz mit der Realität vereinbar waren. Die einzigen Blumen, die ich sah, waren die Blumen auf meinem H&M-Rock, den ich mit einem schulterfreien Shirt ebenfalls von H&M kombiniert habe, und die geometrisch in Form geschnittenen Wälder wurden eingezäunt, um ja nicht eine natürliche Form zu erlangen. Nach diesem königlichen Besuch, ging es gleich königlich weiter, denn wir hatten den Plan in der Rue Rivoli etwas zu schlendern, jedoch blieb uns am Ende nicht viel mehr übrig als sehnsüchtig in Missonis und Chloés Schaufenster zu gucken und uns inspirieren zu lassen. Anschließend gingen wir dann in Secondhand-shops auf die Jagd, kamen nur schwer aus dem Staunen wieder raus und amüsierten damit einige  Pariser. Am Abend ging es mit meinem selbstgemachten, bequemen Jeansrock und einer Flasche Holundersekt gemütlich an die Seine und ließen dort im wahrsten Sinne des Wortes die Seele baumeln.

N°3

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 – Secondhand-kleid von FlaXXXs, Sonnenbrille von Komono, Sneakers von Reebok –

Unser letzter Tag war auch gleichzeitig der wärmste und ich war der Meinung, dass nun mein weites, luftiges, senfgelbes Maxikleid zum Einsatz kommen sollte. Zum zweiten Mal stattete ich Frau Mona Lisa im Louvre einen Besuch ab, widmete mich aber dieses Mal eher den afrikanischen Masken und orientalischen Kunstwerken. Den Nachmittag verbrachten wir im Viertel le Marias, das nach meiner Meinung das schönste Viertel von Paris ist – besonders am Abend ist es perfekt zum Schnökern, Mitbringsel kaufen, aber vor allem zum Essen, denn dort findet man bei l’as du falafel das beste Falafelsandwich der Welt  (und lasst euch bloß nicht von der Schlange abschrecken!) und dann hieß es auch leider schon wieder Paris au révoir zu sagen.

AC/DC

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IMG_2192Es braucht nur eine Prise Highway to Hell, ein Paar Kilos Gitarrensoli à la Angus Young, einen bordeauxroten Anzug aus Samt und ich bin drauf und dran, durch die Gegend zu hüpfen und energisch Luftgitarre zu spielen. Ich, als ein großer AC/DC – Fetischist war erst neulich auf deren Konzert, wo dieses Rezept vollkommen aufging, trotzdem wusste ich anfangs nicht genau, was ich kleidungstechnisch tragen sollte. Meine Unsicherheit kam wohl daher, dass sich mein Musikgeschmack ziemlich von meinem Kleidungsstil unterscheidet, aber für mich stand fest nicht zwischen tausenden blinkenden Hörnern und Jeanswesten in einem weißen Blüschen rumzuzappeln. Es hieß also für mich irgendetwas zu nähen, das meinen klassischen, androgynen Modestil und gleichzeitig meine Leidenschaft für AC/DC zum Ausdruck bringt – ich habe mich für einen einfachen, geraden, schlichten Shirtschnitt entschieden, dem ich durch 4 aufbügelbare, rote Buchstaben Bedeutung verlieh. Ich schwör euch, wenn ich es noch einmal irgendwann auf ein AC/DC-Konzert schaffe, werde ich auch so eine Jeansweste tragen, aber mit noch mehr Aufnäher.

Zu meinem selbst gemachten Shirt trage ich eine kurze Jeans von H&M, eine Strumpfhose und Flatforms von &otherstories und eine Sonnenbrille von Komono.

cropped

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Wenn du diese Saison noch kein cropped- Oberteil besitzt, ist es wirklich höchste Zeit dies zu ändern. Ich halte nicht so viel von Must-Haves, aber wenn du deinen Stil bei der sommerlichen Hitze so einfach wie möglich variieren möchtest, sind cropped Tops genau das Richtige. Kombiniere sie mit einer Culotte oder Jeans, Turnschuhen oder Slippers, um einen alltäglichen Look zu erzeugen. Wenn du aber lieber verschiedene Cocktails von Bars ausprobieren möchtest, würden sehr gut Midi oder Maxi – Röcke (bloß keine Miniröcke, denn die könnten schnell vulgär aussehen) mit Loafers oder Pumps passen. Also wenn euch die cropped-Tops auch nicht aus dem Kopf gehen, schau dir ruhig mal diese Spezien an:

n ° 1 – romantico, romantico

n ° 2 – löchrige Sportlichkeit

n ° 3 – Lektion Lässigkeit aus dem Hause stories

n ° 4 – mein persönliches Lust-Have

 

das Theater-stück

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Während früher das weiße, akribisch gebügelte Hemd und die polierten, schwarzen Lackschuhe für den Sonntag beiseite gelegt wurden, macht es heute kaum noch einen Unterschied welcher Wochentag es ist – unsere Kleidungswahl fällt immer alltagstauglicher aus. Ich glaube trotzdem, dass fast jeder irgendein Kleidungsstück im Schrank hat, das nicht unbedingt dem jeweiligen Alltag entspricht, sondern am besten bei einem schönen, chicen Anlass, wie es ein Theaterbesuch ist, getragen werden sollte.

Der Ort, an dem Frauen sich wegen ihrer äußerst eleganten Kleider und unverschämt hohen Schuhen bei ihren Gatten einhaken und bei dem Männer, die normalerweise Jack Wolfskin & Co bevorzugen, freiwillig den Kampf mit Krawatte und Fliege aufnehmen – das Theater.

Leider gibt es immer weniger Anlässe solcher Art, doch umso besser finde ich, dass die zu elegant geglaubten Kleidungsstücke dort wieder voller Selbstbewusstsein von ihren Trägern benutzt werden.

Es hat mir Spaß gemacht, an diesem Abend mal wieder das slim-fit Kleid von Cos zu tragen, weil ich es ganz besonders gerne mag und ich es eigentlich schade finde, dass ich noch nicht genau weiß, wie ich es alltagstauglicher kombinieren könnte. Trotzdem bin ich beeindruckt, wie chic und originell es wirkt, obwohl es eines der klassischsten Modelle ist. Den letzten Pfiff geben schließlich meine ganz und gar nicht schlichte Strumpfhose und Flatforms von &otherstories.