Chanel – Haute Couture Défilé

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Während meines kurzen Parisbesuchs (den ich euch in diesem Artikel haargenau beschrieben habe) war ich einen Nachmittag auf dem Weg zur berühmten Champs Elysee, aber ich musste notgedrungen auf die Suche nach einer Toilette gehen. Ich glaube, jeder kennt die Situation, wenn man etwas sucht, das nicht findet, aber dafür etwas Anderes. In meinem Fall fand ich keine Toilette, sondern den grand Palais, wo kurz zuvor die neue Chanel Haute Couture Modenschau für den Herbst – Winter 2016/17 stattfand. Da stand ich nun mit meiner kleinen Nikon – Digitalkamera neben ein Dutzend Fotografen und anderen Leuten, die es wohl nicht auf die Gästeliste geschafft hatten und obwohl ich Willow Smith & Co verpasst hatte, war ich nicht zu spät, um mir einige Streetstyle – Outfits der geladenen Gäste anzuschauen. Die Outfits waren allgemein sehr schlicht und trotzdem elegant, aber vor allem trugen die weiblichen Gäste meist Schwarz und neben den goodie-bags mit Skizzen der Show die klassische Chanelhandtasche.

in 3 Tagen durch Paris

Drei Tage für Paris ist nicht viel, aber wie wir wissen, hat es Phileas Fogg sogar in 88 Tagen um die Welt geschafft und wieso sollte man nicht in drei Tagen viele schöne Plätze, Dinge in Paris entdecken? Vor einiger Zeit war ich schon einmal in Paris, jedoch maß dort das Thermometer ungefähr 20 °C weniger und die Osterfeiertage schienen die allgemeine, alltägliche  Aufruhr in Paris zum Stehen zu bringen, weswegen jetzt eine ganz andere Atmosphäre zu spüren war.

N°1

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– Pullover aus Burggasse 24, selbstgemachter Rock, Sonnenbrille von Komono,  Sandalen von Teva, Rucksack von amazon –

Der erste Tag war noch nicht besonders warm, dennoch perfekt, um eine Stadtrundfahrt zu machen, die ziemlich viele Facetten von Paris zeigte: von den verspiegelten und verglasten Hochhäusern im Viertel la Défense bis zu den neoklassizistischen Wohnhäusern mit den französischen Balkonen malte ich mir aus dort zu wohnen und wie ein typischer Pariser bei Rot mit einem Baguette unterm Arm über die Ampel zu gehen. Nach dieser Tour ging es zum…Aux Champs-Élysées-Aux Champs-Élysées-Au soleil, sous la pluie-À midi ou à minuit-Il y a tout ce que vors voulez-Aux Champs-Élysées…naja durch dieses Lied hatten wir wohl etwas zu hohe Erwartungen, denn durch die aneinandergereihten Kettenläden/label kam so ein richtiges Flair, wie in diesem Lied, nicht zustande. Zum Glück wertete eine Truppe von Tänzern am l’arc de Triumph  unsere langweilige Schlenderei mächtig auf. Am Nachmittag ging es zu einem Standardort eines Touristen in Paris:  Sacré-Cœur im Viertel Montmartre –  mit dem Blick auf die Treppenstufen, die schließlich zu dieser wirklich schönen Kirche führten, aßen wir unseren Crêpes in einem typischen Pariser Café.

 – Wie die Unterschiede in der Pariser Architektur, habe ich in meinem Outfit den Kontrast meines  eleganten, geraden Rocks mit den sportlichen, Bio-Sandalen kombiniert und damit es nicht zu kalt wird, habe ich meinen liebsten Pullover übergezogen. –

N°2

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 – schulterfreies Shirt und Rock von H&M, Sneakers von Reebok-

 –  T-Shirt und Sonnenbrille von &other stories, selbstgemachter Jeansrock, Tasche von Zara, Sneakers von Reebok –

An unserem zweiten Tag ging es in das bescheidene Heim von Ludwig dem XIV – ich muss sagen, dass mich das Schloss von Versailles nicht wirklich beeindruckt hat, weil sich diese Protzigkeit und die verspiegelten, vergoldeten Räume nicht groß von z.B. St. Petersburg & Co unterschieden. Unwillkürlich hatte ich von den Gärten in Versailles, Bilder von Meeren aus Blumen, die kleine Teiche mit Wasserspielen umschlossen, im Kopf, die dann schließlich nicht so ganz mit der Realität vereinbar waren. Die einzigen Blumen, die ich sah, waren die Blumen auf meinem H&M-Rock, den ich mit einem schulterfreien Shirt ebenfalls von H&M kombiniert habe, und die geometrisch in Form geschnittenen Wälder wurden eingezäunt, um ja nicht eine natürliche Form zu erlangen. Nach diesem königlichen Besuch, ging es gleich königlich weiter, denn wir hatten den Plan in der Rue Rivoli etwas zu schlendern, jedoch blieb uns am Ende nicht viel mehr übrig als sehnsüchtig in Missonis und Chloés Schaufenster zu gucken und uns inspirieren zu lassen. Anschließend gingen wir dann in Secondhand-shops auf die Jagd, kamen nur schwer aus dem Staunen wieder raus und amüsierten damit einige  Pariser. Am Abend ging es mit meinem selbstgemachten, bequemen Jeansrock und einer Flasche Holundersekt gemütlich an die Seine und ließen dort im wahrsten Sinne des Wortes die Seele baumeln.

N°3

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 – Secondhand-kleid von FlaXXXs, Sonnenbrille von Komono, Sneakers von Reebok –

Unser letzter Tag war auch gleichzeitig der wärmste und ich war der Meinung, dass nun mein weites, luftiges, senfgelbes Maxikleid zum Einsatz kommen sollte. Zum zweiten Mal stattete ich Frau Mona Lisa im Louvre einen Besuch ab, widmete mich aber dieses Mal eher den afrikanischen Masken und orientalischen Kunstwerken. Den Nachmittag verbrachten wir im Viertel le Marias, das nach meiner Meinung das schönste Viertel von Paris ist – besonders am Abend ist es perfekt zum Schnökern, Mitbringsel kaufen, aber vor allem zum Essen, denn dort findet man bei l’as du falafel das beste Falafelsandwich der Welt  (und lasst euch bloß nicht von der Schlange abschrecken!) und dann hieß es auch leider schon wieder Paris au révoir zu sagen.